Rechtsweg führt nicht ins Stadion

Stadionverbote sind keine schlechte Sache, denn „wenn mir einer auf die Sitze kotzt, dann fliegt er raus“.

Allerdings bundesweit für lange Zeit? Das scheint unangemessen. So unangemessen wie das BGH-Urteil, das Stadionbetreibern erlauben möchte, Personen, die verdächtig sind Gewalttaten zu verüben, einfach mal auszusperren – und das nur bei Verdacht!

Da fallen einem doch erstens ein paar Situationen ein, wo man auch mal an der falschen Stelle stand nach einem Spiel und sich schon gefragt hat, ob man nun in die Datei „Gewalttäter Sport“ kommt. Die Handhabung, wonach neben einem Steinschmeisser o.ä. zu stehen ausreicht, um unwissentlich in dieser Kartei zu landen, ist ja als nicht gesetzeskonform entlarvt worden. Bei Stadionverboten ist das aber nun bundesgerichtlich für rechtens erklärt worden.

Ohne Beweise, nur aufgrund einer Ermittlung können hier also umfangreiche Präventivmassnahmen angeordnet werden gegen die keine Rechtsmittel eingelegt werden können?

Wenn das nicht in Karlsruhe behandelt werden wird, dann fällt mir schnell der Begriff vom „rechtsfreien Raum Stadion“ ein. Zumal das auch keine freundliche Art ist mit seiner Klientel umzugehen, sie pauschal zu verurteilen.

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