Hoffenheim ist doof.

Das die Hoffenheimer irgendwie abzulehnen sind, ist bei vielen Fußballfans längst keine Arbeitsthese mehr. Und wenn Hannover 96, ein Verein mit langer Tradition, die 50+1-Regel ändern will, dann, spätestens dann, kommt der Grund für die Ablehnung Hoffenheims pars pro toto für die dunkleren Seiten im Sport ans Licht: Tradition.

Ganz klar, in der Bundesliga darf nur Erfolg haben, wer Tradition hat. Schalke 04 und Dortmund 09 oder Mönchengladbach (1900 gegründet) haben das Recht auf Meisterschaft, Pokal und Respekt. Noch nicht einmal zu Beginn der Bundesliga muss man dabei gewesen sein. Die Bayern aus München sind doch bestimmt auch ein Traditionsverein. Oder ist der Liga-Dino aus Stellingen der einzig wahre Meister, weil sie noch nie abgestiegen sind?

RB Leipzig hat bestimmt keine Tradition. Eintracht Braunschweig bestimmt schon. Aber was ist mit KFC Uerdingen? Alt ja, aber muss man die Jahre als Betriebsmannschaft abziehen?  Bremen ja, Wolfsburg nein? Bremen ist 110 jahre alt, davon aber ein Jahr nicht in der 1. Bundesliga, bei Wolfsburg zählt man hingegen nur 63 Jahre und erst 12 Jahre als Gegner Bremens in Bundesliga 1. Ja, wie können wir das denn feststellen, wer Tradition hat?

Näheren wir uns doch vielleicht dem Wort. Tradition heißt: Brauch, Sitte, Überlieferung. Da steckt also eine Menge Besitzstandswahrung drin, in Tradition und in Traditionsvereinen. Deswegen heißt es auch nicht „Glück auf, der Gasmann kommt“ in Gelsenkirchen, sondern man bezahlt mit der Knappenkarte.  Und früher haben sie sich ja Blei in die Schuhe getan beim BVB. War das da etwa besser? Da hatte man doch weniger Tradition. Die wächst doch je älter man wird. Es kann also auch mit Leverkusen nur aufwärts gehen. Die seit 1904 erreichte Tradition scheint weniger zu zählen als die der anderen Vereine.

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