Nur ein Hampelmann hält an der Ampel an

Der SPIEGEL ONLINE berichtet über vermeintlichen Verbraucherschutz durch Lebensmittelkennzeichnung und zitiert Thilo Bode.

Tatsächlich ist das Ampelmodell relativ simpel. Vermeintlich gute Produkte wie etwa Milch oder Fruchtsaft lässt sie wegen des Fett- und Fruchtzuckergehalts schlecht aussehen. Doch diese Kritik lässt Foodwatch-Chef Thilo Bode nicht gelten. Man dürfe so eine Kennzeichnung nicht mit Erwartungen überfrachten. Die Leute hätten es bloß satt, „kleingedruckte Zahlenakrobatik auf den Verpackungen zu enträtseln“.

Damit ist allerdings das Problem nicht ausreichend beschrieben. Eine Ampel ist wie so oft eine Bevormundung des Verbrauchers. Was im Strassenverkehr sinnhaft ist und bei freier Straße auch ignoriert gehört, ist auf einem Joghurt etwas zu dogmatisch. Lässt man die zu erwartenden Streitereien, was nun Gelb, Grün oder Rot geampelt gehört, einfach mal aussen vor, ist das Drei-Farb-Schema immer noch keine Lösung, die mir als Konsument die Entscheidung überlässt, wann ich wieviel Fett und wieviel Zucker essen möchte.

Wer bewusst essen möchte, soll das können, aber dann muss man sich eben auch ein wenig Mühe machen. Das soll nicht heissen, dass unleserliche Zutatenlisten auf Englisch toleriert werden müssen.

Wenn das Problem die kleingedruckten Igredenzien sind – dann, bitte, kann man eine Vorschrift entwickeln, die das Problem löst. So eine Schokoriegelverpackung ist ja schliesslich kein rechtsfreier Raum.

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