Ein Wettskandal, der keiner ist

Begriffe müssen gedeutet werden. Sie sind ganz auf sich allein gestellt manchmal mehrdeutig. Viele glauben, dass ein Geschäftsführer ein Geschäft führt und ein Torhüter ein Tor hütet, während allerdings ein Zitronenfalter keine Zitronen faltet. Bremsbacken ist kein Verb und Hosenanzug ist tautologisch, weil zu einem Anzug immer eine Hosen gehört – Jacke und Rock sind ein Köstum.

Ein Modern-Talking-Album zu kaufen, ist kein Skandal 

Der internationale Wettskandal über den im Fußball derzeit gesprochen wird, ist eben das eigentlich  nicht. Die Schweinegrippe bekommt man nicht vom Schwein und es infiziert sich auch kein Schwein. Und im Fußball sind auch nicht die Wetten der Skandal. Denn wer auf welchem Marktplatz, in welchem Kaffeehaus oder online in welchem Wettbüro auch immer sein Geld wettet, der hat hoffentlich genug, um einen Verlust seines Einsatzes als nicht weiter tragisch zu empfinden. Das ist eine private, wirtschaftliche Entscheidung, die jeder so treffen möchte, wie er oder sie das für richtig halten. Niemand würden den Kauf eines Modern-Talking-Albums oder einer Eintrittskarte für Mario Barth wirklich verbieten wollen und es Skandal nennen. Geldverschwendung und Geschmacksverirrung vielleicht, aber das sind selbst zu verantwortende Kaufakte. 

Gespielt wird um den guten Ruf

Der Skandal der derzeit untersucht wird, ist ein Bestechungsskandal. Ein Manipulationsverbrechen. Eine illegale Beeinflussung von Sport und Wirtschaft. Straftaten sind es neben moralischen Verfehlungen, die da begangen werden. Und diese müssen aufgedeckt werden. Sonst hat der Fußball bald ein ähnlichen Ruf wie Radsport. Und dazu ist der Einsatz viel zu hoch.

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