Distanz ist da, Distanzierung nicht.

In meiner Wahrnehmung lässt sich die Spaltung zwischen den einzelnen Fangruppen in einem Punkt zusammenfassen und dann kann man vielleicht auch wieder zu einer Koexistenz bis hin zu gemeinschaftlicher Anfeuerung der Mannschaft kommen.

Kaum jemand hat sich in den bisherigen Stellungnahmen von der Blockade distanziert. Weil sie – so liest man raus – immer noch im Grunde richtig sei. Schade war es nur um die Kollateralschäden, die als Einzelschicksale zu bedauern sind. Und dummerweise hat das öffentlich Bild gelitten. Höchste Form der Reflektion: Das haben wir so nicht gewollt.

Kern ist aber: Aus einer Position höherer Moral wird argumentiert: Solidarität und höheres Gut Fanrechte sind es wert, dafür die individuellen Interessen anderer zu ignorieren.
Wer im Besitz dieses Wissen ist, ist im Besitz der höheren Moral. Das fühlt sich für mich an wie Elitenbildung. Aber nicht wegen mitreissender Gesänge und überwältigenden Supports und Choreos. Nein, wegen der höheren Moral. Und selbst wenn in der Südkurve die meisten dieser Meinung sind, so gibt es ihnen keinen Grund andere zu blockieren. Das ist nur die Diktatur der Mehrheit, kein abgestimmtes Handeln. Und wie kann ich mich mit jemanden solidarisch erklären, der mir als Person meine eingene Meinung abspricht? Der mich sogar behindern will in meiner Bewegungsfreiheit. Weil sonst nicht genug dabei sind?

Offen bleibt die Frage warum ein paar mehr einem Einzelnen (oder viele gegenüber einigen) das dürfen? Weil sie mehr sind? Weil sie es können? Weil sie so unangepasst sind? Oder eben doch, weil sie die Obersten der Meinungs-Aristokratie sind?

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6 Antworten zu “Distanz ist da, Distanzierung nicht.

  1. Das sind so all die Fragen, auf die die Blockadebefürworter eine einzige, allumfassende und vollumfängliche Erklärung haben: „es waren doch nur 5 Minuten“.

    Ich hab schon so eine Ahnung, wie die nächste Runde eingeläutet wird, aber ich lass mich mal überraschen. Oder auch nicht.

  2. Kennen Sie den Frosch Herrn Falkenhorst, von René Marik?

    Zitat: „Manchmal bin ich einfach so müde.“

  3. Nänänänääää, ROTN Bruder, ROTN Bruder!

    Entschuldigung, das muss die einsetzende Hysterie sein. Nach einer Woche. Und das in meinem Alter.

  4. Pingback: Fans beschneiden für Fanrechte