Alle Soldaten knalledoof

Bis dato habe ich am Afghanistaneinsatz der USA und am Einsatz der Bundeswehr dort noch keinen Sinn oder Zweck finden können. Aber im Gegensatz zu Nils glaube ich daran, dass es so etwas geben kann.

Im Krieg leiden in erster Linie Zivilisten. Alle beteiligten Truppen haben haufenweise Bauern, Kinder, Mütter – eben unbeteiligte auf dem Gewissen. Einige werden getötet, anderen wird die Lebensgrundlage zerstört. Es gibt keinen sauberen Krieg. Und in einem Krieg kann man keinem Land den Rechtsstaat bringen, denn eben diese rechtstaatlichen Prinzipien werden von Truppen im Kampf immer mit Füßen getreten.

Wer etwas anderes glaubt ist einfach knalledoof. Wer Soldaten in den Krieg schickt, weil er meint damit etwas gutes tun zu können ist sogar doof und gefährlich.

viaNils Ketelsen – Sieh die Welt mit meinen Augen.

Wenn man jetzt UN-Einsätze und den zweiten Weltkrieg einfach mal weglässt, dann könnte man zu der Erkenntnis kommen. Aber wäre das nicht knalledoof?

Nun wird einem bestimmtes Verhalten nicht von Invasionstruppen eingepflanzt und ich glaube auch nicht, dass man am Hindukusch die Staatsform möchte, die wir hier so toll finden. Wenn man da überhaupt einen Staat oder eine Form möchte, würde mich das schon überraschen. Aber den zweite Weltkrieg einfach so auszusitzen – der Vorschlag wären den Großmächten USA und Russland wohl knalle-ungewöhnlich vorgekommen.

Den Unterschied zwischen Angriffkrieg, völkerrechtswidrig und Nothilfe, völkerrechtskompatibel kann man an der Befreiung Kuwaits und der Besetzung des Iraks sehen. Warum aber Soldaten automatisch Frauen und  Kinder morden und moralische Prinzipien missachten, das kann ich nicht erkennen.

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2 Antworten zu “Alle Soldaten knalledoof

  1. Zitat: Warum aber Soldaten automatisch Frauen und Kinder morden und moralische Prinzipien missachten, das kann ich nicht erkennen.

    Du hängst das logisch etwas fadendünn an dem Wörtchen „automatisch“ auf. Damit machst du die Aussage zu einer rhetorischen Frage, ein verflixt unfairer Trick.

    Natürlich geschieht unter Menschen wenig „automatisch“. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Soldaten in Stresslagen aus Motiven wie Feindbild, Überdruck, Hass oder Angst um die eigene Haut grausam gegen Zivilpersonen umgehen, ist doch ziemlich hoch. Belege liefern die Kundus-Aufarbeitung ebenso wie die aktuellen Wikileaks-Dokumente.

    Siehe auch mein Brightsblog-Artikel zum Thema (26. Juli): http://brightsblog.wordpress.com/2010/07/26/wikileaks-afghanistan-aufklarung/

  2. Im Umkehrschluss sage ich, dass jeder immer noch individuelle Gründe hat und das jede Situation anders bewertet werden muss. Konkrete militärische Hilfe, um die gebeten wurde, führt vermutlich auch zu anderem Verhalten innerhalb der Truppen als Einsätze, die der gemeine Soldaten nicht umgehend als sinnvoll oder ehrenhaft erkennt.