Ausgesperrte immer bei uns?

Vermutlich Fans des FC Hansa Rostock sperren vermeintliche NPD-Mitglieder um den Fraktionsvorsitzenden aus:

„20 Leute, zu denen auch Herr Pastörs gehörte, befanden sich am Eingang Südbereich, wo sie von Anhängern gesehen wurden, die daraufhin die Gruppe am Einlass hinderten“, sagte Polizeisprecherin Dörte Lembke den Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

Quelle: Zeit Online.

Schade nur, dass es immer bei Menschen mit unanständigen Meinungen auffällt, das sie per Selbstjustiz in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Wer dann Partei ergreift, macht sich verdächtig gleicher Auffassung wie die Ausgesperrten zu sein. Nein, das ist nicht so.

Aber seit wann dürfen denn 20 Aufrechte bestimmen, wer ins Stadion eingelassen wird und wer nicht?

Einzelfälle soll man nicht überbewerten, doch machen sich alle, die jetzt applaudieren, verdächtig von Demokratie, aber vor allem von Freiheit und ihren Spielregeln, nicht viel zu halten.

54 Antworten zu “Ausgesperrte immer bei uns?

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  2. Na, wenn du dir da mal nicht die @Jeky als Feind heranzüchtest, die mehrfach wegen dieser Sache gejubeltwittert hatte. :)
    Das Anhänger desselben Vereins dann am Vortag ein Saisoneröffnungsspiel zwischen St. Paulifans an der Waidmannstr. angegriffen haben, kann ja nur der Gerüchteküche entstammen. :>

    • Wer da wen angegriffen hat, erzieht sich komplett meiner Kenntnis und hat damit auch nix zu tun. Ansonsten darf man auch mal jubeln, aber meine zweite Reaktion ist eben diese Frage.

    • Da sieht man mal, wie wenig der Herr kiezkicker mich kennt. Aber woher auch?

      Ich bin durchaus in der Lage, mich kritisch zu refklektieren und das sogar dann auch zuzugeben. Was ich übrigens bereits tat, bevor Dein Posting her freigegeben war.

      Richtig, ich habe gejubeltwittert, völlig von politisch korrekten, demokratischen Gedankengängen befreit. Und obwohl ich jetzt aus ganz anderen Gründen irgendwie peinlich berührt bin, hat sich das Bauchgefühl, das zum Jubeltwittern führte, nicht verändert.

      Was den vermummten Angriff der vermeintlichen Anhänger angeht, habe ich bis heute nirgendwo eine Bestätigung der Vermutung gelesen. Aber es passt halt so schön ins Feindbild, nicht wahr?

      Glashäuser, Steine und vieles andere mehr.

      • Wo willst du denn ne Bestätigung lesen? Reicht dir meine Bestätigung nicht, oder die Bestätigung der Medien? Reicht dir der aktuelle Norbert regt sich auf? Oder von wem hättest du gerne (d)eine Bestätigung?

        • Der Angriff auf die St.-Pauli-Party ist ein anderes Thema.

        • Wo genau steht, dass jetzt FESTSTEHT, dass es sich DEFINITIV um Hansa Rostock Anhänger gehandelt hat? Das muss mir dann entgangen sein.
          Sorry, Deine Aussage reicht mir in der Tat nicht und in den Medien lese ich nach wie vor nur von Vermutungen. Das mit den Klamotten kennen wir doch. Nicht jeder, der in der Feldstraße auf Polizisten prügelt, ist ein St. Pauli-Fan, nur weil er Jolly-Roger-Shirt trägt. Aber das ist sicher was anderes.

          Aber STP1910 hat Recht, darum geht es hier nicht. Obwohl, warum eigentlich nicht? Zwei Seiten einer ähnlichen Medaille.

  3. …und jeden an anderer Stelle.

    • Ich verstehe nicht.

      • Ok, in Langschrift:
        Touché für „Der Artikel hat gesessen“.
        Bei mir zum einen wegen der Jubeltwitterei, die so gar nicht diesem demokratischen Verständnis entspricht.
        Zum anderen wegen der Tatsache, vor gar nicht allzu langer selbst mal eine Ausgesperrte gewesen zu sein und mich gar heftig darüber echauffiert zu haben, das Gleiche, nur woanders, von jemand anderem durchgeführt, gut zu finden.

        Andere applaudierten, die unlängst selbst ausgesperrt haben, damit auch Idioten Fanrechte haben, applaudieren dann den selben Idioten, die andere Idioten aussperren.

        Ich hätte noch ein paar andere, aber die spare ich mir.

        • Da bin ich ja mal direkt froh, nicht applaudiert zu haben.

          • Seltsam, wo doch der geliebte Übersteiger sogar… aber das sind auch Fallentscheidungen, schätze ich. Wenns passt.

            Du verstehst nicht, worauf ich hinauswill, der Vergleich war von vornherein ein schlechter und schreddert hier dem STP1910 den Beitrag.
            Ich setz mich jetzt diesbezüglich auf meine Finger :-X

  4. „Einzelfälle soll man nicht überbewerten, doch machen sich alle, die jetzt applaudieren, verdächtig von Demokratie, aber vor allem von Freiheit und ihren Spielregeln, nicht viel zu halten.“
    Na ne, ist klar. Wenn es dann Fotos von den NPD Leuten im Block gegeben hätte, na was dann? Niemand muss sich von der NPD vereinnahmen lassen, genau das wollten die aber. Die Mehrheit wollte wohl die NPD Leute nicht im Block, wo bitte sehen sie da die Demokratie gefährdet? Das war keine angemeldete Politische Demonstration der NPD, sondern schlicht ein versuch die Hansa Fans als Politische Geisel zu nehmen.

    • Das ist Ihre politische Interpretation. Fakt ist, dass Menschen daran gehindert wurden, das Stadion zu betreten. Und das von anderen Menschen, die IMHO nicht die Autorität dazu haben. Frage: Warum dürfen die das? Antwort: Das dürfen die gar nicht. Man kann auf so eine gefürchtete Vereinnahmung ja im nächsten Spiel mit einem Riesentransparent oder 120 Minuten Dauergesang antworten. Das beschneidet dann nicht die Freiheit von anderen.

  5. Tut mir leid, ich bin wohl nicht Demokrat genug, um neben Herrn Pastörs im Stadion jubeln zu wollen. Und neben seinen 20 Gefolgsleuten, die ich mir bildlich vorstellen kann (schwangere Frau, jaja, wahrscheinlich allesamt eher harmlose Kinder), schon mal gar nicht. Ich bin aufgewachsen in Tostedt, wo rechtsradikales Gesocks Angst und Schrecken verbreitet haben und es noch immer tun, so daß man sich Medallien verdienen kann, wenn man dagegen aufsteht. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die der NPD Fraktion den Zutritt zum Stadion verwehrt haben und würde mich jederzeit daran beteiligen, dieses kriegstreibende, gesellschaftsfeindliche und mich und meine Nächsten in der persönlichen Freiheit bedrohende Pack aus jedem Stadion der Welt zu treiben.

    • Tja, ich fürchte auch, dass Du nicht Demokrat genug bist Menschen, deren Meinung Du nicht teilst, den Eintritt in ein Stadion zu gestatten, sie sogar raus zu treiben.

      Ich bedauere noch mal, dass das am Beispiel der NPD diskutierte werden muss, aber es funktioniert auch, wenn man PDS, Gewerkschaft, USP, Junge Union, Verband der Fischhändler als Beispiel ranzieht. Deren Meinung gefallen dann auch anderen 20 Leuten nicht. Und dann?

      • Und wo führt das in aller Konsequenz hin? Dass nicht mehr versucht wird, NPD-Demos zu unterlaufen, zu stören, zu verhindern, weil es ihr demokratisches Recht ist? Im Grunde schon, oder?

        Da ich nie behauptet habe, perfekt zu sein, muss ich mich erneut einfach schuldig bekennen im Sinne der Anklage, nicht genug Demokrat zu sein, weil ich mich über den Rauswurf der NPDler aus dem Ostseestadion gefreut habe.

        • Freuen darf man sich sicherlich auch mal im ersten Moment. Nur wenn man dann einen Tag später mal überlegt, würde man solches Handeln dann immer noch begrüßen? Das ist meine Frage.

          Und die Konsequenz Demos nicht zu verhindern finde ich lobenswert. Wenn man NPDlern nicht mehr mit Argumenten oder von mir aus auch Werte kommt, sondern nur mit Trillerpfeifen und Wegjagen, dann hat man ja auch nicht viel beizutragen ausser Gewalt.

          • Wüsste ja gerne mal, wie die Hansa-Offiziellen zu dem Vorfall stehen, dass Hansa-Fans diese Abordnung aus ihrem „Wohnzimmer“ vertrieben haben. Wird das unterstützt, wäre es im nachhinein dann sowas wie sanktionierte Ausübung des Hausrechts?

            Und wie Galgenkind schon sagte, liegt die Vermutung nicht nahe, dass -wären es St. Pauli-Fans gewesen, die einen NPD-Troß vom Millerntor vertrieben hätten- die Reaktionen von Zustimmung bis überschwänglicher Begeisterung gereicht hätten?

            Natürlich haben Sie vom Grundsatz, dem demokratischen, her Recht, das ist gar keine Frage, das muss ich gar nicht schönzudiskutieren versuchen. Das ist eben die Theorie und das andere dann die Praxis. Viel interessanter ist m.E. die Wertung.
            Je nach Stand-Punkt.

      • Nein, es funktioniert eben genau nicht, wenn man die NPD durch USP, Junge Union oder andere, harmlose, demokratische Verbindungen heranzieht. Oder wollen Sie die Einstellung, die Methoden oder die Mittel der NPD mit diesen vergleichen? Die PDS als Nachfolgepartei einer sehr undemokratischen, schießbefehlwilligen Partei lassen wir bitte mal außen vor — wir wissen beide nicht, was passieren könnte wenn Hammel und Sichel im Ostseestadion wehen würden. Tut auch nichts zur Sache.

        • Wer legt denn fest, welche Parteien harmlos sind und welche nicht?

          • Im Zusammenhang mit der NPD gestellt ist diese Frage lächerlich.

            • Oh. Aber ist es Naturrecht? Gott gegeben? Oder qua Ordre d’Infrasanktpauli?

            • @STP1910
              Bringen jetzt solche Fragen irgendwie weiter oder hab ich was verpasst?

            • Keine Ahnung. Ich meine ja, wir drehen uns im Kreis.

              Wohin weiter wollen wir denn? Meine einzige noch offene Frage ist die aus dem Artikel: Aber seit wann dürfen denn 20 Aufrechte bestimmen, wer ins Stadion eingelassen wird und wer nicht? Bei der NPD ist es „lächerlich“ das in Frage zu stellen? Weil das per se klar ist?

              Es ist mir nicht klar, warum an diesem Punkt die Diskussion endet. Wenn es bei der NPD klar ist, dann auch bei (und das schrieb ich bereits) der PDS, der CSU, dem CVJM und dem Verband der wissenden Geier. Wo ist der Unterschied? Weil die menschenverachtend sind? Das läuft auf Geschmacksentscheidungen raus. Herr X und Frau Y sind der Meinung dass für Mitglieder einer zugelassenenen Partei die Bürgerrechte nicht mehr gelten. Deshalb darf man sie nötigen und Gewalt anwenden. Wer legt das fest, ob ich das bei der JU oder den Falken auch darf? Die Moralelite?

              Wenn das die Grundregel ist, dann haben wir Anarchie bzw. Recht des Stärkeren. Und diesen Zustand will ich verteidigen, weil er von der NPD angegriffen wird?

            • Natürlich drehen wir uns Kreis. Weil von Ihrer Seite die Diskussion mit dem Verweis auf die Gesetzeslage und die Grundrechte auch enden muss. Weil von „unserer“ Seite die Diskussion da endet, wo der gesunde Menschenverstand bzw. das persönliche Recht- und Unrechtempfindet einsetzt, das Schwierigkeiten hat, sich mit der Rechtslage und dem, was dementsprechend politisch korrekt wäre, vereinbaren zu lassen.
              Würden Sie das Volk heute per Volksabstimmung entscheiden lassen, ob die NPD verboten werden sollte, würde wohl genau das passieren. Vermute ich jetzt mal. Würden Sie das Volk heute entscheiden lassen, ob es für die Wiedereinführung der Todesstrafe ist, würde das eventuell auch passieren. Was deutlich macht, dass es zuweilen nicht verkehrt ist, dass nicht alle Macht vom Volk ausgeht, sondern von dessen Vertretern.
              Und es wurde versucht, die Partei verbieten zu lassen, was nun wieder aufgrund der Rechtslage nicht möglich war. Was sehr viele bedauernswert finden. Ich auch.

              Im Grunde finden es wohl alle (außer deren Anhänger) bedauernswert, auch viele derjenigen, die den Rechtsanspruch anerkennen.

              Und wenn eine Mehrheit die NPD in ihrer Existenz ablehnt, verstummt dann auch irgendwann eine Diskussion, die aus diesen zwei Standpunkten besteht. Oder dreht sich im Kreis.

              Zu den „Geschmacksentscheidungen“ noch eins: eine Partei, in deren Umfeld immer wieder Mitglieder und Anhänger rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt werden, bewegt sich m.E. nach nicht mehr im geschmacksentscheidenen Bereich.

            • Mir muss keiner erklären, warum er die NPD ablehnt. Nicht mein Thema. Ich versuche nur zu ergründen, warum das Aussperren eine allgemeingültiges Gesetz sein darf. Und wenn nicht, wie sich die Ausnahme rechtfertigt.
              Es geht auch nicht um Mehrheiten oder Minderheiten.

              Mein Thema: Wieso gibt Ihnen das, was sie gesunden Menschenverstand oder persönliches Unrechtsempfinden nennen, das Recht Leute auszusperren und warum darf
              ich Sie und andere dann nicht vom Kino aussperren? Und was passiert, wenn wir das als Grundlage unseres Handels akzeptieren?

              Warum darf man gegenüber bestimmten Meinungen (den auf dem Terrain bewegen wir uns) gewalttätig werden? Gelten für Straftäter nach Abbüßung ihrer Strafe andere Gesetze?
              So wie in der BILD-Zeitung wo Straftätern und auch schon Verdächtigen immer wieder die Rechte abgesprochen werden?

            • Viele Fragen. Berechtigte Fragen. Die logischen -theoretischen- Antworten auf Ihre Fragen sollten klar sein. Und nun wollen Sie wissen, warum es in der Realität ist, wie es ist.
              Weil all die Theorie außer Acht lässt, dass es sich um Menschen handelt? Menschen mit Ängsten. Ängste, die manipulativ geschürt werden können? Ängste, die den Realitätssinn und das logische Denken trüben? Die Angst vor einer Wiedererstarkung von Rechts. Die Angst vor dem Vergewaltiger oder Kinderschänder gleich nebenan. Die Angst, von denen, die einen schützen sollen, nicht beschützt zu werden. Alles eine Form der Selbstjustiz, wenn die Justiz zu versagen droht? Ich stochere hier auch nur im wabernden Nebel der Möglichkeiten.
              Auch diese Aussperrungen sind ja letztlich eine Form der Selbstjustiz, wo einem das geltende Recht offenbar keine andere Möglichkeit lässt. Will ich keinen NPD-Scum im Stadion, muss ich mich selbst drum kümmern, das Gesetz hilft mir nicht?
              Das hilft Ihnen alles nicht weiter, ich weiß, ich hab ja nur mal so laut vor mich hingedacht. Und ja, wir drehen uns nach wie vor im Kreis.

            • Jetzt brechen wir aber aus dem Kreis aus: Jetzt machen wir das nicht, weil wir es dürfen oder weil es selbstverständlich ist, sondern aus Angst. Jetzt würde ich erst mal weiter überlegen, bis
              ich einen neues Posting schreibe.

            • Ich habe nicht gesagt, dass das der einzige Grund ist oder sein könnte, sondern einer der Gründe und das eben wegen genau Ihrer Erwähnung der BILD und der Ex-Straftäter-Hatz und dem wütenden Mob im Fernsehen etc etc.

              Und wo Sie gerade beim Überlegen sind: haben Sie keine Angst vorm Wiedererstarken des rechten Mobs? Ich schon. Abgesehen davon, dass es für mich selbstverständlich ist, dagegen anzugehen.

            • Ja, das hab ich jetzt verallgemeinert. Ich wollte sagen, dass dann meine Frage in sofernt beantwortet ist, dass es gar nicht
              selbstverständlich ist, Menschen mit anderen Meinungen körperliche Verweise zu erteilen, es aber Gründe geben könnte.

              Im Moment hab ich mehr Bedenken davor aus Angst vor Terroristen, Nazis und Straftätern diese schöne Freheit aufzugeben, die
              gegen eben diese Bedrohungen verteidigt werden soll. Aber dazu vielleicht später mehr.

            • Lassen Sie sich Zeit, ich muss mich dann auch mal zwischenzeitlich den profanen Dingen des Lebens zuwenden, die einfach so weiterpassieren.

              Ich finde übrigens nicht, dass wir aus dem Kreis ausgebrochen sind.

            • Und dürfen dürfen wir ja auch nicht, wie Sie so klar dargelegt haben.

              Jetzt aber weg.

  6. „Das ist Ihre politische Interpretation. Fakt ist, dass Menschen daran gehindert wurden, das Stadion zu betreten. Und das von anderen Menschen, die IMHO nicht die Autorität dazu haben. Frage: Warum dürfen die das? Antwort: Das dürfen die gar nicht. Man kann auf so eine gefürchtete Vereinnahmung ja im nächsten Spiel mit einem Riesentransparent oder 120 Minuten Dauergesang antworten. Das beschneidet dann nicht die Freiheit von anderen.“
    Wie würden sie denn Reagieren wenn NPD Leute auf der Süd bei St. Pauli Platz nehmen wollten? Und erzählen sie uns doch nicht das ein Transparent am nächsten Spieltag Fotos, die bei dieser Aktion entstanden wären, vergessen gemacht hätten. Wäre der Besuch vorher bekannt gewesen hätte man das machen können, aber am nächsten Spieltag? Das ist lächerlich. Und noch mal, das war keine angemeldete Politische Demonstration und die Aktion von der NPD Seite eben politisch Motiviert. Und Demokratie heißt ja Volksherrschaft, das Volk scheint doch gesprochen zu haben wo ist also das Problem?

    • Bei Demokratie bitte nicht von der Diktatur der Mehrheit ausgehen. Zumal es ja keine Mehrheits/Minderheitsfrage war.
      Das Problem ist in dem Artikel beschrieben.

  7. „Bei Demokratie bitte nicht von der Diktatur der Mehrheit ausgehen. Zumal es ja keine Mehrheits/Minderheitsfrage war.
    Das Problem ist in dem Artikel beschrieben.“
    Aha, Diktatur der Mehrheit. Aber eine Minderheit darf die Mehrheit für ihre Politische Zwecke Missbrauchen und quasi als Geisel nehmen, oder wie soll ich das verstehen? Und das Problem haben sie eben nicht beschrieben.
    Und welches Gesetz sagt das man sich für politische Zwecke missbrauchen lassen muss. Nun mal angenommen Sie und ihre Freunde sind im Stadion und auf einmal kommen ein paar bekannte NPD Leute vorbei und wollen sich zu ihnen gesellen. Sie würden diese Leute also wirklich und tatsächlich da stehen lassen? Würden sie sich auch freuen wenn dann Fotos überall auftauchen auf denen Sie und ihre Freunde zusammen im Block mit den NPD Leuten zu sehen sind? Und wie wollen sie solche Fotos denn verhindern?

    • Verstehe ihre Kommentare nicht. Wo wird wer wann wie als Geisel genommen? Wo wird wer wann wie politisch missbraucht? Weil SIE nicht auf FOTOs mit diesen Menschen sein möchten, dürfen die nicht in das Stadion? Gilt das auch umgekehrt? Wenn diese Menschen mit Ihnen nicht auf’s Foto wollen?

  8. Bei einem rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilten NPDler muß offenbar mein demokratisches Grundverständnis immense Lücken haben. Dagegen kann ich einfach nicht an. Und da können Sie noch so sehr Recht haben.
    Der politische Mißbrauch, den Galgenkind meint, liegt vermutlich in der Anfertigung von Fotos im Stadion, die dann verbreitet werden könnten als Foto im Kreise der Lieben und schwupps wäre Hansa Rostock wieder mitten drin in der Sympathisantenecke. Und das Unglückliche daran ist: 12.000 „Nazis raus“ schreiende Fans im Stadion hinterlassen bei weitem keinen so bundesweiten Eindruck wie Fotos von Pastör im Ostseestadion.

    Auf so ein Foto möchte keiner zufällig. Ich versteh das.

  9. „Verstehe ihre Kommentare nicht. Wo wird wer wann wie als Geisel genommen?“
    Die Fans die nichts mit den NPD Leuten zu tun haben wollen, aber weil sie im Block sich befinden von dieser Aktion betroffen wären. Erklären sie das mal ihren Freunden warum sie im gleichem Block waren wir Herr Pastörs.

    „Wo wird wer wann wie politisch missbraucht?“
    Die Fans mit denen sich die Herren schmücken wollten.

    „Weil SIE nicht auf FOTOs mit diesen Menschen sein möchten, dürfen die nicht in das Stadion?“
    Es geht nicht nur um Fotos, sondern auch um die Außenwirkung. Die Fans von Hansa haben ja eh schon den Ruf Rechts zu sein, wie würde sich da wohl die Nachricht machen das NPD Funktionäre im Ultrablock gewesen sind? Genau, es wäre nur ein Raunen durch die Deutsche Presse gegangen mit dem Untertitel: seht her, die NPD ist ganz nahe bei den Hansa Fans.

    „Gilt das auch umgekehrt? Wenn diese Menschen mit Ihnen nicht auf’s Foto wollen?“
    Wenn ich so in der Öffentlichkeit stehe, ja.

    • Also, weil Hansa Rostock einen schlechten Ruf hat, dürfen diese Menschen nicht in das Stadion. Aus PR-Gründen sozusagen.

      • Von allen Seiten wurde Hansa Rostock angeraten, doch mal „sichtbarer“ was gegen Rechts zu unternehmen. Eine Blockade als Mittel zur sichtbaren Demonstration im Sinne höherer Ziele ist ja immerhin so neu nicht.

        • Ja. So mag man denken ;) Aber vielleicht pendelt es sich ja ein. Begrüssen wir auf jeden Fall, das ein Bewusstsein vorhanden ist.

  10. „Also, weil Hansa Rostock einen schlechten Ruf hat, dürfen diese Menschen nicht in das Stadion. Aus PR-Gründen sozusagen.“
    Mal eine Frage, wenn Herr Pastörs neben ihnen im Block stehen würde, was würden sie machen?

    • Vermutlich würde ich mich wegstellen. Wenn das alle machen, sieht’s auch gut auf den Fotos aus. Vermutlich erkennen ihn aber die wenigsten.

  11. „Vermutlich würde ich mich wegstellen. Wenn das alle machen, sieht’s auch gut auf den Fotos aus. Vermutlich erkennen ihn aber die wenigsten.“
    Den erkennt in MVP ziemlich viele sogar, und einfach wegstellen, hmm. Je nach dem wie voll der Block ist wird das eher nichts. Denken sie mal an die letzten Heimspiele von St. Pauli, wo hätten sie sich da hinstellen können?

    Ich kann ihre Argumentation nachvollziehen, nur sehe ich das anders. Ich habe genug Anzeigen bekommen weil ich auf irgend welchen Anti Nazi Demos Blockiert habe. Ich weiß das ich denen ihre Demokratischen Rechte damit beschneide. Mir aber egal, ich mag es nicht wenn diese Menschen ihre Gedanken verbreiten können, also störe ich das.

  12. „Tja, persönlicher Geschmack als Unterscheidungsmerkmal ist aber auch nicht viel.“
    Sie mögen das als persönlichen Geschmack abstempeln, ich nenne es Zivilcourage wenn man sich gegen Menschenverachtende Ideologien einsetzt. So unterschiedlich kann die Auffassung sein.

    • Mir geht es darum, dass man Menschen, die ein Stadion betreten wollen nicht einfach den Zutritt verweigern kann. Dann auch noch zu behaupten, man hätte sich gegen menschen verachtende Ideologie eingesetzt schießt am Ziel vorbei (so Sie das für sich in Anspruch nehmen). Man hat einfach andere Leute bedrängt und genötigt. Und das ist eben eine andere Qualität, als ein Meinung zu haben, die wie auch immer ist.

      Das ist Gewalt gegen jemanden der eine andere Meinung hat und wenn dieser Grundsatz gilt, dann kann ich Sie – weil wir da ja unterschiedlicher Meinung sind – beim nächsten Mal aus dem Kino drängen.

  13. „Mir geht es darum, dass man Menschen, die ein Stadion betreten wollen nicht einfach den Zutritt verweigern kann.“
    Das waren aber nicht irgendwelche Menschen sondern bekannte rechte Ideologen. Die wollten sich auch nicht das Spiel anschauen (dann hätten sich sich Karten für einen anderen Block geholt) sondern mit Präsens ein Bild in der Allgemeinheit erzeugen. Kurz sie wollten Politik machen. Vielleicht ist es ihnen ja noch nicht Aufgefallen, aber einer der Kritikpunkte (gerade von St. Pauli Fans) an Hansa und seinen Fans ist es doch das die auch rechte ins Stadion lassen. Ihr Punkt zieht also nicht.

    „Dann auch noch zu behaupten, man hätte sich gegen menschen verachtende Ideologie eingesetzt schießt am Ziel vorbei (so Sie das für sich in Anspruch nehmen).“
    Auch wenn das meine Meinung ist, so habe ich das nicht gesagt. Zerreißen sie Bitte meine Aussage nicht. Meine Aussage war das ich auf Demos gegen solche Ideologin vorgegangen bin und bewusst die Demokratischen Rechte der Rechten behindert habe.

    „Man hat einfach andere Leute bedrängt und genötigt. Und das ist eben eine andere Qualität, als ein Meinung zu haben, die wie auch immer ist.“
    Diese Menschen wollten andere dazu Missbrauchen ihre krude Ideologie zu verbreiten, das wollten die aber nicht.

    „Das ist Gewalt gegen jemanden der eine andere Meinung hat und wenn dieser Grundsatz gilt, dann kann ich Sie – weil wir da ja unterschiedlicher Meinung sind – beim nächsten Mal aus dem Kino drängen.“
    Sie würden also auch zusehen wie Nazis auf Schulhöfen ihre Propaganda verbreiten? Ich eben nicht.

    • Wir drehen uns im Kreis. Zumal ich mir nicht irgendwelche „der Kritikpunkt“ auch nicht „gerade von St.-Pauli-Fans“ zu eigen mache.

      • Nun, bekanntlich sind „gerade St. Pauli Fans“ besonders engagiert im Kampf gegen Rechts, so ganz können Sie das jetzt auch nicht von der Jacke schütteln. Gerade aus „unseren Kreisen“ kam mehr als häufig der Ruf nach „Zeichensetzung“ in Rostock. Das war jedenfalls eins. Wenigstens handelt es sich bei Herrn Pastörs nicht nur „vermutlich“ um ein rechtes Subjekt, sondern um einen verurteilten Volksverhetzer. Das tröstet mich über meine Demokratiedefizite etwas hinweg.

  14. Wie ich schon bei der Diskussion um die Aussperrung bei uns geschrieben habe, ist eine solche Aktion immer außerhalb des Rahmens, in dem man sich im allgemeinen bewegen darf. Gleichwohl muß sich ein Protest nicht immer im Rahmen des Erlaubten bewegen, solange man für sich dabei in Kauf nimmt, andere in ihren Rechten zu beschränken – eben ohne das entsprechende Recht dazu. Wie durch diese oder aber Dritte (Polizei) darauf reagiert wird, das ist dann eine andere Frage. Kritik wie Konsequenzen wird man sich dann gefallen lassen müssen – doch das sollte einen nicht abhalten, politisch aktiv zu sein. Man muß nur bereit sein, den Preis zu bezahlen. Wenn man dies nicht ist, sollte man sich einen anderen Weg suchen.

    • Konsequenzen vorher abzusehen oder zumindest abzuschaätzen, finde ich gut. In meinem Beiträg gehe ich aber gar nicht von solche Sanktionen wie Polizei oder ähnlichem aus. Ich meine vielmehr, die moralische Niederlage. Denn man nimmt dem Anderen seine Freiheit. Mit Gewalt. Und tut das aufgrund eine Meinung, einer Haltung, die man ihm zuspricht und die er vielleicht auch hat. Aber es ging hier nicht um Notwehr, sondern hier wurde sozusagen politische Gefangene gemacht. Das kann aber nicht als Grundlage oder allgemein gültige Regel dienen.