Friedensnobelpreis 2010?

Nur die Tauben hören nicht, wie die Spatzen es auf die Dächer hinaufrufen: Friedensnobelpreis für Helmut Kohl? Schnell, damit er es noch erlebt!

Die Wiedervereinigung mit den Vier-plus-zwei-Gesprächen und somit der vollkommenen Beendigung des Zweiten Weltkrieges inklusive Anerkennung der Grenzen mit dem größten Friedenspreis zu ehren und zu bedenken ist eine gute Idee. Aber an welche Person soll man das knöpfen? Muss man?

Der Preis wird auch an Organisationen vergeben, aber eine solche gab es nicht, es sei denn man will die Demonstratengruppen und die Bevölkerung der DDR ehren. Keine so schlechte Idee.

Will man einen Politiker oder einen Offiziellen in diesem Prozess auszeichnen, so komme ich nicht auf den damaligen Bundeskanzler. Sicher muss man den Prozess – getrennt vom Status heute – als gelungen bezeichnen, aber nicht nur ihn, sondern alle diese Manager der Einigung kann man ja nicht als Auslöser oder Begründer bezeichnen.

Daher hoffe ich auf die Auszeichnung der mutigen Ungarn: den damaligen Aussenminister Gyula Horn und den damaligen Regierungschef Miklós Németh – denn als Ausgang der politischen Wiedervereinigung werte ich das paneuropäische Picknick 1989.

Vielleicht die beste Wahl ist der damalige Grenzoffizier Árpád Bella, der seine Untergebenen anwies, bei der Flucht der DDR-Bürger über die ungarisch-österreichische Grenze nicht einzuschreiten.

2 Antworten zu “Friedensnobelpreis 2010?

  1. Der Friedensnobelpreis an Liu Xiaobo ist ein deutliches Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Demokratie in dieser Welt. Noch gilt Xiaobo in China als Staatsfeind Nr. 1, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch dieser – wie Nelson Mandela in Südafrika – vom quasi einstigen „Terroristen“ zum „Nationalhelden“ aufsteigen wird. Es braucht halt nur seine Zeit. Ich empfehle folgenden Artikel, der die Transformation vom nationalen Feind hin zum Held am Vorbild von Mandela thematisiert: http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/07/21/happy-birthday-nelson-mandela/.