Heidewitzka, wie nennen wir den 24. Dezember?

Die Weihnachtsdebatte ist in Deutschland noch nicht wirklich angekommen, auch wenn erfreulich viele „Frohe Feiertage“ sagen. Also einen säkularisierten Wunsch aussprechen, statt eines religiösen.

Warum sagt man nicht Sonnenwendfeier? Weil man ja auch nicht mehr Autobahn sagen soll und man dann direkt und schnell in die braune Schublade kommt. Oder die langhaarigen Schwarzmantler wollen einen zum Mittelaltermarkt schleppen – wegen des Pergaments mit neuen Kaldauenrezepten. Bestenfalls wird man mit esoterischen Spinnern verwechselt.

Man kann sich mit einem „gud Jul“ retten, denn die Schweden wünschen sich noch ein schönes Fest aus ganz alter Zeit, statt der Geburt des Zimmermanns Jesus zu gedenken.
Aber auch damit steht man ausserhalb Skandinaviens eher bei den falschen Freunden, denn an diesem Erbe wollte sich auch Himmler bedienen.

Wenn der Empfänger der guten Wünsche Weihnachten wirklich um der religiösen Bedeutung willen feiert, dann ist ein „frohe Weihnachten“ auch angepasst. Beim türkischen Händler oder Nachbarn und bei mir behilft man sich idealerweise mit „schöne Tage“.

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