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Die Schale in den Pott

Wie bereits erwähnt, hat Tuchel mit Mainz den Kloppo mit Dortmund zum Meister gemacht. Denn den Startrekord der Bundesliga teilen sich Bayern, Lautern und seit neustem Mainz mit je 7 Siegen in Folge. Bei den ersten beiden wurde dann der BVB deutscher Meister. Und beim dritten Mal sieht’s auch so aus. Die Herbstmeisterschaft ist aber kein Indiz, 2002 war die gelbschwarzen nicht Halbzeiterster, 1996 dagegen schon.

Abgesehen davon: Glaubt irgendjemand nicht an Dortmund diese Saison?

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Neuer Bundesligarekord durch den FSV Mainz?

So schnell nicht. Die Serie der Karnevalisten ist beeindruckend besonders, da sie heute auch gegen den amtierenden deutschen Meister gewonnen haben. Wieviele Siege in Folge braucht ein Verein, um einen neuen Startrekord aufzustellen?

Acht für eine neue Bestleistung, sieben um mit den Kaiserslauternern (2001/2002) und den Münchner Bayern (1995/1996)  gleich zu ziehen.  Diesen Spielzeiten ist allerdings auch gemein, dass weder der FC Bayern noch der 1. FCK in ihrer Rekordsaison Meister wurden, sondern in beiden Fällen Borussia Dortmund.

Siegt Mainz also nun gegen Hoffenheim, HSV und Leverkusen, kann Kloppo sich bei seinem alten Verein bedanken und eigentlich die Meisterfeier planen.

Es ist Sankt Pauli hier!

Kinners, dit is kein Derby, weil es ja schon in Schalke keins war. Aber hier ist nicht Stellingen und nicht Pinneberg, hier ist schon gar nicht Gelsenkirchen.

Hier ist Sankt Pauli und das schon seit über 100 Jahren.

Hoffenheim ist doof.

Das die Hoffenheimer irgendwie abzulehnen sind, ist bei vielen Fußballfans längst keine Arbeitsthese mehr. Und wenn Hannover 96, ein Verein mit langer Tradition, die 50+1-Regel ändern will, dann, spätestens dann, kommt der Grund für die Ablehnung Hoffenheims pars pro toto für die dunkleren Seiten im Sport ans Licht: Tradition.

Ganz klar, in der Bundesliga darf nur Erfolg haben, wer Tradition hat. Schalke 04 und Dortmund 09 oder Mönchengladbach (1900 gegründet) haben das Recht auf Meisterschaft, Pokal und Respekt. Noch nicht einmal zu Beginn der Bundesliga muss man dabei gewesen sein. Die Bayern aus München sind doch bestimmt auch ein Traditionsverein. Oder ist der Liga-Dino aus Stellingen der einzig wahre Meister, weil sie noch nie abgestiegen sind?

RB Leipzig hat bestimmt keine Tradition. Eintracht Braunschweig bestimmt schon. Aber was ist mit KFC Uerdingen? Alt ja, aber muss man die Jahre als Betriebsmannschaft abziehen?  Bremen ja, Wolfsburg nein? Bremen ist 110 jahre alt, davon aber ein Jahr nicht in der 1. Bundesliga, bei Wolfsburg zählt man hingegen nur 63 Jahre und erst 12 Jahre als Gegner Bremens in Bundesliga 1. Ja, wie können wir das denn feststellen, wer Tradition hat?

Näheren wir uns doch vielleicht dem Wort. Tradition heißt: Brauch, Sitte, Überlieferung. Da steckt also eine Menge Besitzstandswahrung drin, in Tradition und in Traditionsvereinen. Deswegen heißt es auch nicht „Glück auf, der Gasmann kommt“ in Gelsenkirchen, sondern man bezahlt mit der Knappenkarte.  Und früher haben sie sich ja Blei in die Schuhe getan beim BVB. War das da etwa besser? Da hatte man doch weniger Tradition. Die wächst doch je älter man wird. Es kann also auch mit Leverkusen nur aufwärts gehen. Die seit 1904 erreichte Tradition scheint weniger zu zählen als die der anderen Vereine.